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Juni 25, 2016

„B“ wie Brautschuhe

Juhuuu! Es ist vollbracht: aus dem Fräulein ist eine Frau geworden! 

Anfang der Woche haben der Mann und ich uns das lang ersehnte Ja-Wort gegeben und der Vorbereitungsstress und die daraus resultierende Stille hier im Blog hat nun ein Ende. Unser Fest ist ganz außergewöhnlich schön gelungen und nicht nur die Gäste sondern auch wir haben einen wahrhaft unvergesslichen Tag verbracht. Natürlich lässt sich das alles schwer in einen einzigen Blog-Post verpacken und so zeige ich euch unsere mannigfaltigen Ideen und Basteleien für das Fest der Feste hier in den nächsten Wochen ganz in Ruhe und Stück für Stück.

Den Anfang machen die Brautschuhe!
Ja, ihr habt richtig gelesen: ich habe meine Brautschuhe (zu einem großen Teil) selbst gemacht!

Zu Beginn steht wie immer ein Problem.
Wir haben uns als Hauptfarbe für die Festlichkeiten ein wunderschönes Petrol ausgesucht. Leider hat die Mode-Industrie unseren Trend total verschlafen sodass es in den letzten Wochen wirklich kaum möglich war, etwas in unserer Farbe aufzutreiben.
Deshalb habe ich mich schon früh dafür entschlossen meine Brautschuhe mit passendem Stoff selbst zu beziehen.
Brautschuhe
Nach vielen Tests und einigen Internet-Recherchen bin ich sehr planvoll vorgegangen. Zuerst habe ich Nesselstoff mit Stecknadeln auf den (vorher günstig erworbenen) Schuh drapiert. Dabei habe ich die Machart meines Kleides als Vorbild genommen, damit später alles wie aus einem Guss wirkt. Dieses Stoffmuster habe ich dann aufgefaltet und als Schnittmuster für den Schuhstoff genommen.

Den Faltenwurf habe ich zunächst mit einigen Stichen vorgenäht und den Stoff dann erst einmal auf den Schuh gesteckt und geklemmt. Anschließend habe ich die Schuhoberfläche Stück für Stück mit speziellem Textilkleber bearbeitet und den Stoff sorgfältig aufkaschiert. Der Kleber basiert auf Latex und trocknet nicht transparent, sodass ich sehr vorsichtig sein musste nichts auf die glänzende rechte Stoffseite zu kleckern. Im Verlauf der Arbeiten habe ich auch immer mehr Routine im Kleben bekommen und gemerkt wo ich ziehen und wie ich schieben muss, damit alles schön sitzt. Vor allem darf man die Falten nicht komplett festkleben, weil es sonst schnell wie festgebügelt wirkt. Der Trick ist viel eher den Stoff nur am Rand gut anzukleben, und die faltigen Stellen selbst fallen zu lassen wie sie es wollen. So wirken sie lockerer und zufälliger. Am oberen Rand habe ich den Stoff nach innen umgeklappt und am Schluss noch ein schützendes Stoffband darüber geklebt, damit sich die Kante beim Laufen nicht wieder aufrubbelt.

Ich habe beide Schuhe dann so gut es ging symmetrisch beklebt und alles gut trocknen lassen. Anschließend habe ich die untere Stoffkante entlang der Rille zwischen Stoff und Sohle sorgfältig mit einem extrascharfen Skalpell abgeschnitten. Da ich vorher die Falten am unteren Rand gut fixiert hatte ging das ganz gut. Damit sich die untere Schnittkante nicht doch noch aufribbelt habe ich sie mit kleinen, unsichtbaren Tröpfchen Sekundenkleber nochmal gesichert.

Um die genähte Stelle oben zu verstecken und den Stoff noch einmal auf dem Schuh zu sichern habe ich abschließend einen stoffbezogenen Knopf aufgenäht.

Im Grunde wären die Schuhe so schon tragbar gewesen, aber ich wollte ihnen doch noch einen extra Kick verpassen und habe die Sohle deshalb mit Glitzer verschönert.
Den habe ich mir aus verschiedenen Farben zusammengemischt, dann den Schuh-Absatz mit speziellem Kleber bepinselt und schließlich den Glitzer satt aufgestreut. An manchen Stellen musste ich nach dem Trocknen nochmal nachbessern, aber wo der Kleber schön dick aufgestrichen war, wurde die Schicht später so bombenfest, dass ich mir keine Sorgen gemacht habe im Lauf des Hochzeitstages wieder völlig glitzerlos zu sein. 

Es war zwar ein ganz schön nervenaufreibendes Stück Arbeit die Schuhe auf diese Weise an unser Farbkonzept anzupassen, aber das begeisterte Lob unserer Gäste gibt mir recht! 
Oder was denkt ihr bei den 12 Letters of Handmade Fashion über meine einzigartigen Brautschühchen?

. M-Beutel