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Stoffliebe

Frühlingsrock mit Blumen

Man glaubt es kaum: in meinem Schrank greift die Rockknappheit um sich! 

Tatsächlich habe ich (durch pure Dummheit wohlgemerkt) meinen wundertollen Stofffresser-Rock in der Waschmaschine verfärbt und ihm beim anschließenden Rettungsversucht (Achtung! Noch mehr Dummheit!) endgültig den Todesstoß verpasst. 

Geweint hab ich in der Tat viel – geholfen hat’s nix: Ersatz musste her.
Frühlingsrock mit Blumen
Vor allem die mintfarbene Lücke im Schrank sollte er stopfen, der neue Ersatzrock. Zuerst liebäugelte ich also tatsächlich damit, einen echten Klon des sinnlos aus dem Leben geschiedenen Stückes anzufertigen, denn den Atomic-Stoff von Michael Miller gäbe es hie und da noch zu erstehen. Aber bereits im Stoffregal seit Wochen wartend lächelte mich „Wander | Moon Garden midnight“ von Free Spirit an, sodass dieser für den gegenwärtigen Platzhalter einstehen musste.

Da der Stoff nur 110 cm breit ist, habe ich die notwendige Seitennaht genutzt, um wieder einmal Taschen in einen Rock einzubauen. Dazu habe ich vier Taschen-Hälften zugeschnitten und sie an die Rockhälften genäht. Dabei ist es wichtig alle Taschen in exakt der selben Höhe anzunähen, damit später alles aufeinander passt. Die Nahtzugabe habe ich knappkantig zur Tasche hin festgesteppt damit die Verbindung stabiler wird.
Anschließend habe ich die Rockhälften aufeinandergelegt und die Seitennähte passgenau geschlossen. Beim Nähen muss man natürlich aufpassen und nicht das Taschenloch geradewegs zunähen, sondern an der richtigen Stelle abbiegen und die beiden Taschenseiten zusammennähen sodass der Tachenbeutel entsteht. 

Den Bund habe ich wieder als weiten Formbund zugeschnitten und dann ringsum an den Rock genäht. Nachdem der Gummi eingezogen war habe ich diesen wie immer durch Stepplinien fixiert.

Um ein echter Klon zu werden, sollte ich ja eigentlich einen Wenderock nähen, aber ich habe einfach keinen zufriedenstellenden Kombi-Stoff zum „Moon Garden“ gefunden, sodass ich mich entschieden habe: dieser Rock bleibt luftig und somit einlagig. Den unteren Rocksaum gestalte ich bei solchen Röcken gerne mit kontrastierender Paspel. Das geht schnell und gibt dem Stoff unten etwas Gewicht und Stand. So wirkt auch ein einfacher Frühlingsrock wie dieser gleich ein bissl eleganter.

Vom Stoff habe ich in Weiser Voraussicht ein wenig mehr gekauft, sodass ich noch ein Bolero-Jäckchen oder ähnliches zum Rock zaubern kann. Mal sehen mit welchem Upgrade-Teil ich euch demnächst noch überraschen werde!?! 

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München … Regen … die Frisur hält! Regencape!

Man könnte meinen ich hätte meine heimliche Vorliebe für Duschvorhänge entdeckt :-) nachdem ich euch neulich schon das wundertolle Liegetuch mit wasserfester Rückseite gezeigt habe. Und heute wirds sogar noch eine Stufe „trockener“: Ich habe ein Regencape genäht.

Wie passend, dass die liebe Lisa von stoffreise mir freundlicherweise ein „R“ als Oktober-„Letter of Handmade Fashion“ gezogen hat! So liege ich also voll im Trend mit meiner Kreation!
Regencape
Wie es dazu kam ist zudem schnell erzählt: In diesem verregneten Sommer hat es mich nämlich regelmäßig und furchtbar genervt immer einen Schirm mitschleppen zu müssen…
Klaro, wenns regnet ist ein Schirm total sinnvoll! Aber was, wenn man aus der U-Bahn steigt und plötzlich strahlender Sonnenschein? … 28 Grad und kein Wölkchen am Himmel? Dann trägt man das Dingens den ganzen Tag mit sich rum – in stetiger Angst das gute Stück irgendwo stehen zu lassen oder unschuldige Leute damit zu erdolchen.
Für die kurzen Regenschauer zwischendurch – so mein Gedanke – wäre doch was kleines zusammenfaltbares für die Handtasche ganz gut… was mit Kapuze, damit die Frisur auch immer schön geschützt ist…

Gesagt, getan! Wie schon zuvor beim Liegetuch habe ich den Duschvorhang der Wahl beim Möbelschweden ergattern können. Ich habe mich farblich für eine eher zurückhaltende Variante entschieden, die zu all meinen Jacken und Röcken gut passen würde.

Den Schnitt für den Umhang habe ich mir fluchs aus den Fingern gesogen. Das Cape selbst besteht schlicht aus einem dreiviertel Kreis. Die Kapuze dagegen habe ich mir einfach von gängigen Kapuzenschnitten abgeguckt. Wichtig war mir dabei dass es oben genügend Platz für eine Hochsteckfrisur gibt, vorne genügend überstehenden Stoff als Schirm und seitlich sowie unten alles schön eng anliegt, damit es die Kapuze auch bei windigem Wetter nicht vom Kopf weht.

Zuerst wollte ich das Cape nur einfach und mit französischer Naht nähen. Dann fiel mir aber auf dass der Duschvorhang genug Stoff hergibt, dass ich alle Teile doppelt ausschneiden konnte und so ist der Umhang jetzt wendbar und von beiden Seiten schön anzuschauen.

Das nähen war ein echter Klacks weil der Duschvorhang wirklich wie von selbst durch die Maschine läuft. Nachdem ich alles genäht, verstürzt und die Ränder nochmal knappkantig abgesteppt hatte musste ich nur noch die Druckknöpfe anbringen. Dafür habe ich bewusst auf Jersey-Knöpfe zurückgegriffen, weil ich Angst hatte dass solche mit Loch den Stoff ausreißen könnten.

Damit man das Cape schön kompakt in der Tasche mitnehmen kann, habe ich dazu ein kleines Überzieherli genäht – natürlich aus demselben Stoff, versteht sich. Zwar kommt es dadurch immer etwas knittrig ans Tageslicht, das legt sich bei übermäßig feuchtem Wetter aber schnell wieder.

Inzwischen konnte ich das gute Stück natürlich schon eingehend testen und muss mir selbst auf die trockene Schulter klopfen: Selbst der beste Schirm der Welt könnte mich auch bei sturzbachartigen Regenfällen nicht zuverlässiger begleiten!

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Schwarzer Streifenrock

Nachdem die rosa Hochzeits-Wolken nun langsam weiterziehen wird es für mich Zeit hier endlich mal wieder „normale“ Projekte zu zeigen.
Über die letzten Wochen hat sich da so einiges an kleinen DIYs und Nähprojekten angesammelt die ich euch jetzt unbedingt nach und nach präsentieren muss.

Den Einstieg mache ich heute passend zum aktuellen „Letter of Handmade Fashion“ – dem „S“ bei fairylikes – und zeige euch meine neueste Rock-Kreation.
schwarzer Streifenrock
Nach vielen kunterbunten Röcken musste ich meinen Bestand an neutraleren Stücken endlich wieder auffrischen und ich glaube mit diesem schwarzen Streifen-Rock liege ich zu wirklich jedem Anlass und in jeder Kombination richtig!

Der Stoff ist eigentlich für Anzüge gedacht und fällt deshalb luftig leicht. Genau das richtige für den Sommer! Bisschen knittern tut er zwar, aber im Gegenlicht schimmern die eingewebten Streifen elegant und eben nicht zu aufdringlich. Der Schnitt ist diesmal wieder das einfachste vom einfachen: Kreis mit Loch plus Gummibund.

Das Flatterige hat mir an dem Anzug-Stoff besonders gut gefallen und das wollte ich natürlich gerne erhalten. Damit der untere Saum den Rock also nicht unnötig beschwert und platt drückt, habe ich nur einen kleinen Rollsaum genäht.

So elegant der Rock aussieht, so bequem ist er auf der anderen Seite durch den elastischen Bund. Damit der Gummi sich im Inneren nicht verdreht, habe ich wieder der Länge nach darübergesteppt. Form follows function sozusagen. 

Was denkt ihr? Kann ich mich so blicken lassen?

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Brautstrauß aus Stoff

Wie versprochen präsentiere ich heute stolz: den Brautstrauß!
Brautstrauß aus Stoff
Da wir uns entschieden haben bei unserer Hochzeit keine „toten Blumen“ als Deko zu verwenden war für mich klar: der Brautstrauß muss aus Stoff sein!
Dazu habe ich nicht nur den Schuh-Stoff verwendet, sondern auch Stoff vom Kleid und einen dritten Stoff, als „Füll-Farbe“.

Wer jetzt : „Waaas? Stoff vom Kleid?“ ruft, den kann ich beruhigen: Mein Kleid war zwar in der Tat ein Kaufkleid (weil ich mich bei der Anprobe spontan in die Corsage verliebt hatte), trotzdem hatte ich am Schluss keine ungeplanten Löcher im Rock. 
Leider ist es ja hierzulande garnicht so einfach ein richtiges 50s-Brautkleid zu finden und so entschied ich mich das gekaufte Kleid von einer Freundin – ihres Zeichens Schneiderin – anpassen zu lassen.
Das bodenlange Kleid mit Schleppe wurde also in liebevoller Handarbeit gekürzt, die Falten neu gelegt, der Reißverschluss neu eingebaut und fertig ist die fesche Rockabilly-Braut! 

Um wieder auf’s Thema zu kommen: Aus den Resten des Kleides habe ich also einen Teil der 18 Blüten gebastelt. Mit den Blüten aus Schuh-Stoff und aus der grauen Wildseide gibt das ein wundervolles Rosen-Bouquet. Wie ich die Stoff-Blüten ganz genau gebastelt habe, zeige ich euch dann Ende der Woche hier in einer kleinen Bildstrecke. 

Damit die einzelnen Blüten zum Strauß gebunden werden können, habe ich sie einzeln auf Blumendraht aufgezogen. Dazwischen habe ich verschieden große Perlen gesteckt, was dem Strauß schöne Glanzpunkte verleiht. Die Stiele habe ich dann zusammengezwirbelt, damit ein dicker „Griff“ entsteht und nichts auseinander rutscht.

Wie ich die „Blumenstiele“ elegant verstecken soll hat mir eine Weile schlaflose Nächte beschert, bis ich darauf gekommen bin den Tüll aus dem originalen Unterrock vom Kleid her zu nehmen. Der hat nämlich eine kleine Spitzenkante, die die Stiele und Nähte nun schön überdeckt. Abschließend habe ich die Drähte noch mit etwas Stoff umwickelt und dann ein Band benutzt um einen richtig angenehmen und griffigen Strauß-Stiel zu binden.

Jetzt bleibt mir nur noch zu hoffen, dass mein Brautstrauß für die Ewigkeit seine Haltbarkeit auf die dazugehörige Ehe überträgt! 

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Hochzeits-Haarblume

Natürlich durfte zu meinem perfekten Hochzeits-Outfit die obligatorische Haarblume nicht fehlen!
Anfangs habe ich lange überlegt ob ich gar einen aufsehenerregenden Hochzeits-Fascinator haben will, entschied mich dann aber klassisch für einen Schleier, der über der Frisur liegen sollte. So mussten Frisur und Haarblume also eher zurückhaltend gestaltet werden.
Hochzeits-Haarblume
Nach dem Vorbild des Brautstraußes (mit dem ich euch noch ein bisschen auf die Folter spanne ) habe ich ebenfalls aus Schuh-Stoff eine kleine Blume gebastelt.
Am Tag der Tage durfte nichts absturzgefährdet sein, also habe ich hier alles bombenfest mit Heißkleber zusammen montiert.

Zuerst habe ich die Blüte auf ein Stück Filz geklebt und dann ein kleines Bouquet aus Tüll darunter installiert. Mit einem weiteren Stück Filz habe ich dann alles fixiert und eine stabile Klammer angeklebt.

Abschließend habe noch ein paar kleine Perlen auf den Tüll genäht um den Haarschmuck an meine Ohrringe und Halskette anzupassen. 

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Und weil einmal nicht reicht …

Für alle, die mich letzte Woche schon für verrückt gehalten haben meine Brautschuhe selbst zu beziehen, setzte ich diese Woche noch eines drauf: ich habe das Ganze noch ein zweites Mal gemacht! 

Ich trage eigentlich nie, nie, niemals hohe Schuhe, weil ich einfach viiiel zu breite Füße für schmale Absatzschuhe habe. Ich weiß das und ich bewundere still alle Frauen die Tag ein, Tag aus elegant durchs Leben stöckeln. Für die Hochzeit jedoch wollte ich etwas ganz besonderes am Fuß ausführen.

Da unser Fest auf Grasboden stattfinden sollte wären hohe Schuhe grob fahrlässig gewesen, deshalb habe ich hier erst einmal die Vernunft walten lassen: meine eigentlichen Brautschuhe sind flach.
Für die Fotos wollte ich aber uuuunbedingt hohe Hacken zeigen und beschloss: ich werde das Schuh-Experiment zweimal starten und zuerst Flache und dann Hohe mit demselben Stoff und demselben Dekor beziehen!
Brautschuhe #2
Gesagt, getan!
Vom Schnittmuster der flachen Schuhe habe ich den vorderen Teil wieder recyclet und als Grundlage für das neue Schnittmuster genommen.
Dann bin ich genauso vorgegangen wie schon zuvor.

Da diese Schuhe an der Seite offen sind, habe ich diesmal keine Falte an der Ferse legen müssen um den Stoffkreis zu schließen. Sondern der Stoff beginnt und endet hier einfach intuitiv mit der Schuhoberseite. Der Originalschuh ist ja sehr stofflastig; das habe ich geändert und den ganzen Stöckel mit Glitzer versehen. Auch die Sohle habe ich „verglitzert“ was beim Laufen natürlich etwas abblättert, aber ich konnte mich einfach nicht entscheiden wo der Sohlen-Glitzer konkret enden soll. 

Es war garnicht so einfach dem Mann zu verheimlichen woher der Glitzer stammt, der plötzlich überall in unserer Wohnung auftaucht und als er am Hochzeitstag die Schuhe bewundern konnte, war ihm plötzlich alles klar! 

So schön die Schuhe auch gelungen sind, so froh bin ich doch, dass sie nur als Zweitschuhe dienen mussten. Denn als ich die Prachtstücke zum fotografieren angezogen habe, waren meine Füße hochzeitsbedingt schon etwas lädiert und geschwollen. Umso schmerzhafter musste ich meine Eitelkeit durchleiden und anstatt elegant über die Location zu stöckeln stolperte ich wie ein Reh auf dem Eis durch die Gegend.
Gut, dass unsere Fotografin trotzdem die kreativen Nerven bewahrt hat! Und ebenfalls gut, dass ich den neuen Mann dabei hatte um mich vor dem Absturz zu bewahren! 

Memo an mich: Nie, nie, niemals wieder hohe Schuhe tragen! Nichtmal wenn sie wundertoll aussehen!!! 

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„B“ wie Brautschuhe

Juhuuu! Es ist vollbracht: aus dem Fräulein ist eine Frau geworden! 

Anfang der Woche haben der Mann und ich uns das lang ersehnte Ja-Wort gegeben und der Vorbereitungsstress und die daraus resultierende Stille hier im Blog hat nun ein Ende. Unser Fest ist ganz außergewöhnlich schön gelungen und nicht nur die Gäste sondern auch wir haben einen wahrhaft unvergesslichen Tag verbracht. Natürlich lässt sich das alles schwer in einen einzigen Blog-Post verpacken und so zeige ich euch unsere mannigfaltigen Ideen und Basteleien für das Fest der Feste hier in den nächsten Wochen ganz in Ruhe und Stück für Stück.

Den Anfang machen die Brautschuhe!
Ja, ihr habt richtig gelesen: ich habe meine Brautschuhe (zu einem großen Teil) selbst gemacht!

Zu Beginn steht wie immer ein Problem.
Wir haben uns als Hauptfarbe für die Festlichkeiten ein wunderschönes Petrol ausgesucht. Leider hat die Mode-Industrie unseren Trend total verschlafen sodass es in den letzten Wochen wirklich kaum möglich war, etwas in unserer Farbe aufzutreiben.
Deshalb habe ich mich schon früh dafür entschlossen meine Brautschuhe mit passendem Stoff selbst zu beziehen.
Brautschuhe
Nach vielen Tests und einigen Internet-Recherchen bin ich sehr planvoll vorgegangen. Zuerst habe ich Nesselstoff mit Stecknadeln auf den (vorher günstig erworbenen) Schuh drapiert. Dabei habe ich die Machart meines Kleides als Vorbild genommen, damit später alles wie aus einem Guss wirkt. Dieses Stoffmuster habe ich dann aufgefaltet und als Schnittmuster für den Schuhstoff genommen.

Den Faltenwurf habe ich zunächst mit einigen Stichen vorgenäht und den Stoff dann erst einmal auf den Schuh gesteckt und geklemmt. Anschließend habe ich die Schuhoberfläche Stück für Stück mit speziellem Textilkleber bearbeitet und den Stoff sorgfältig aufkaschiert. Der Kleber basiert auf Latex und trocknet nicht transparent, sodass ich sehr vorsichtig sein musste nichts auf die glänzende rechte Stoffseite zu kleckern. Im Verlauf der Arbeiten habe ich auch immer mehr Routine im Kleben bekommen und gemerkt wo ich ziehen und wie ich schieben muss, damit alles schön sitzt. Vor allem darf man die Falten nicht komplett festkleben, weil es sonst schnell wie festgebügelt wirkt. Der Trick ist viel eher den Stoff nur am Rand gut anzukleben, und die faltigen Stellen selbst fallen zu lassen wie sie es wollen. So wirken sie lockerer und zufälliger. Am oberen Rand habe ich den Stoff nach innen umgeklappt und am Schluss noch ein schützendes Stoffband darüber geklebt, damit sich die Kante beim Laufen nicht wieder aufrubbelt.

Ich habe beide Schuhe dann so gut es ging symmetrisch beklebt und alles gut trocknen lassen. Anschließend habe ich die untere Stoffkante entlang der Rille zwischen Stoff und Sohle sorgfältig mit einem extrascharfen Skalpell abgeschnitten. Da ich vorher die Falten am unteren Rand gut fixiert hatte ging das ganz gut. Damit sich die untere Schnittkante nicht doch noch aufribbelt habe ich sie mit kleinen, unsichtbaren Tröpfchen Sekundenkleber nochmal gesichert.

Um die genähte Stelle oben zu verstecken und den Stoff noch einmal auf dem Schuh zu sichern habe ich abschließend einen stoffbezogenen Knopf aufgenäht.

Im Grunde wären die Schuhe so schon tragbar gewesen, aber ich wollte ihnen doch noch einen extra Kick verpassen und habe die Sohle deshalb mit Glitzer verschönert.
Den habe ich mir aus verschiedenen Farben zusammengemischt, dann den Schuh-Absatz mit speziellem Kleber bepinselt und schließlich den Glitzer satt aufgestreut. An manchen Stellen musste ich nach dem Trocknen nochmal nachbessern, aber wo der Kleber schön dick aufgestrichen war, wurde die Schicht später so bombenfest, dass ich mir keine Sorgen gemacht habe im Lauf des Hochzeitstages wieder völlig glitzerlos zu sein. 

Es war zwar ein ganz schön nervenaufreibendes Stück Arbeit die Schuhe auf diese Weise an unser Farbkonzept anzupassen, aber das begeisterte Lob unserer Gäste gibt mir recht! 
Oder was denkt ihr bei den 12 Letters of Handmade Fashion über meine einzigartigen Brautschühchen?

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Ein Knopf-Loop für die Omi

Auch im August hagelt es bei uns Geburtstage und so kann ich euch schon wieder eine Geschenk-Idee vorstellen: den Knopf-Loop.
Loopschal mit Knöpfen
Man müsste denken ich bin inzwischen dem totalen Loopschal-Fieber verfallen, aber dem ist mitnichten so: Loops sind für mich einfach nur eine schöne Geschenk-Idee, die sich leicht individuell gestalten lassen, sodass fast jeder damit adäquat beglückt werden kann.

In diesem speziellen Fall habe ich seit letztem Sommer damit geliebäugelt der Omi einen schön weichen aber auch eleganten Loopschal zu schenken.  Meine Omi ist nämlich eine immer top gestylte und zieht sich – wegen Wahrung der perfekten Frisur – nur ungern etwas über den Kopf. Also musste eine Lösung her die nicht zu sportlich wirkt…

Als ich den superdünnen Baumwollpopeline „Drops“ von Linna Morata entdeckt habe, war klar: die zart rosa Tropfen mit den zurückhaltenden Silberglitzer-Akzenten sind genau das richtige für meine elegante Oma. Auf der Rückseite habe ich passend dazu dunkelgrauen Jersey vernäht.

Den Loop habe ich diesmal offen genäht, also keinen Kreis, sondern im Grunde einen klassischen Schal. An den Enden habe ich dann dezente, silberne Jersey-Druckknöpfe angebracht, dank derer der Loop jetzt auf und zu geknöpft werden kann. Dadurch entsteht wie nebenbei auch die Möglichkeit, den Loop auf viele verschiedene Arten zu tragen: klassisch als Kreis, verdreht, halb offen… gerade wie es das Omi-Herz begehrt! 

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Zwei-Monats-Rock

Endlich habe ich mal wieder einen Rock fertiggestellt und – wie der Name schon verrät – ganze zwei Monate daran gebastelt. Zwar war ich in der Zeit nicht wirklich ständig am nähen und schnippeln, aber Hirnschmalz belegt hat die neue Schnittentwicklung schon ganz ordentlich. Und wer im aktuellen Sommerloch ein bisschen Nähtratsch lesen will, ist hier und heute bei mir genau richtig. 

Nachdem ich den wundertollen Tatoo-Stoff „Zen Charmer“ von Alexander Henry auf dem Stoffmarkt entdeckt hatte, war wie immer klar: ein neuer Rock muss her. Da das Muster mit Geishas, Schlangen und Totenköpfen so überhaupt nicht tellerrockgeeignet ist, dachte ich mir lapidar: machst halt einen Faltenrock!

Gesagt getan! Nachdem ich drei Bahnen nebeneinander angenäht hatte, kam das erste Problem: der Reißverschluss! Ich habe immer Probleme mit nahtverdeckten Reißverschlüssen. Weil mein Bund ja seeeehr körpernah liegt, zieht es nahtverdeckte RVs immer auf und das sieht dann unschön aus. Also ein normaler Reißverschluss musste rein! Schon lange habe ich darüber gegrübelt ob man einen normalen RV nicht verkehrtherum einnähen könnte, damit die Raupe innen liegt. Diesmal war es so weit und ich habe es ausprobiert. Mein Fazit dazu: eine echte Alternative zum nahtverdeckten Reißverschluss: man sieht weder die dicke Raupe noch den Zipper. Der Stoff liegt schön Plan über dem Verschluss und klafft nicht auf. Außerdem halten diese Reißverschlüsse auch stärkerem Zug Stand. Nur das Aufmachen ist ein bissl fummeliger als normal, aber das kann ich zugunsten der Optik leicht verschmerzen! 

Dann fing ich an, fröhlich wunderschöne Falten zu legen und bemerkte dabei: Am Reißverschluss überlappen die Falten den Schlitz zum öffnen. Mit Kellerfalten hätte ich den Reißverschluss genau zwischen den Falten platzieren können, aber ich bildete mir ja Falten ein, die ringsum in die selbe Richtung liegen. Was also tun? 
Beherzt schnitt ich einfach einen „Hilfsschlitz“ in die unter dem Reißverschluss liegenden Falten, vernähte sie kompliziert mit französischer Naht und war gleich ein kleines bisschen Stolz auf meinen Einfall. 

Dann dachte ich nochmal gründlich über den Bund nach. Normalerweise verstärke ich einen Formbund mit Schabracke, damit er schön in Form bleibt. Das Problem ist aber wie so oft meine wechselnde Körperform: nehme ich fünf Kilo ab, steht der Bund plötzlich unschön ab und ich kann den Rock eigentlich nicht mehr tragen. Deshalb habe ich auch hier ein Experiment gewagt, den Bund gerade zugeschnitten und anschließend mit breitem Gummizug kombiniert. Der Gummi ist ein paar Zentimeter kürzer als der Stoffbund, sodass ein ganz leichter Zug auf dem Bund lastet. So werden die paar Zentimeter Schwankungen im Taillenumfang überspielt ohne auf die Formbundoptik verzichten zu müssen. Außerdem gibt der Gummi genügend Stand, sodass gar keine Schabracke mehr notwendig wird.

Die leichteste Übung war dann der untere Saum. Den habe ich vorne – von unten her – 4 cm gekürzt, damit der Rock auf der Vorderseite nicht zu lange runterhängt, und habe dann einfach einen normalen Saum genäht.

Nachdem der letzte Stich getan und der letzte Faden abgeschnitten war, probierte ich mein Werk stolz an und als der Petticoat platziert war, kam der unerwartete Schock: passt nicht! So garnicht!
Von Falte zu Falte spannte sich der Stoff in einer komischen Welle und fiel nicht wie geplant luftig nach unten. Als ich mich so halb ärgernd im Spiegel drehte, fiel mir auch noch auf: tatsächlich habe ich es geschafft alle Geishas und Totenköpfe präzise in den Falten verschwinden zu lassen, sodass nur noch ein schnöder Blumen-Rock übrig geblieben war. 

Unfotografiert (was ich jetzt ein bissl bereue) wanderte der Rock zurück auf den Nähtisch und inspirierte in den folgenden Wochen von Ferne die rödelnde Hirnmaschinerie.
Gerade über das Problem mit den überspannten Falten habe ich ganze Zugfahrten und Nächte lang nachgegrübelt und bin zum Schluss gekommen: Durch den Petticoat fällt der Rock bei mir halt nicht gerade nach unten, sondern eben in einem leichten Winkel. Den muss ich schon beim Falten legen einberechnen. Entweder wird der Stoff schon im großen Kreis geschnitten, wie beim TK-Rock, oder die Falten werden tatsächlich winkelig gelegt. Aber welcher Winkel? Und wie breit und in welchem Abstand muss ich sie legen um genau den Stoff zu verbrauchen, den ich jetzt nun mal schon zusammen genäht habe? Wie kann ich dabei den „Hilfsschlitz“ erhalten, den ich schon eingebaut habe? Und wie kann ich dabei auch noch die Seitennähte verstecken?

Fragen über Fragen quälten mich. Ich rechnete und probierte an Probestoffen. Hatte Ideen und verwarf sie wieder. Und dann, ganze zwei Monate später habe ich mir endlich ein Herz gefasst, den Rock aufgetrennt und nochmal fast von vorne angefangen.

Den Reißverschluss selbst musste ich an der Stelle erhalten, weil die Rocklänge ja schon angepasst – und somit auch Vorne und Hinten festgelegt – war. Deshalb habe ich zuerst den „Hilfsschlitz“ aufgetrennt, mit dünnem Bügelvlies von hinten verstärkt und mit Zickzack-Stich repariert. Nachdem ich mir sicher war, was die Breite und den Winkel der Falten angeht, habe ich mir eine Pappschablone gebastelt, mit deren Hilfe ich alle Falten sauber und gleichmäßig legen konnte. An manchen Stellen musste ich schummeln, um die reparierte Stelle zu verstecken und als alle Falten nach dem dritten Versuch dann auch endlich final gelegt waren, traute ich mich nochmal die unter dem Reißverschluss liegenden Falten einzuschneiden und einen neuen „Hilfsschlitz“ zu nähen.

Dann montierte ich den Bund wieder dran. Dabei hatte ich noch ein paar Probleme den Reißverschluss symmetrisch hin zu bekommen, aber am Ende: Tadaaaa!!! Der fertige, passende, Zwei-Monats-Tatoo-Rock! 

Tatoo-Rock
Nachdem der Prototyp jetzt endlich fertig ist und ich so unglaublich viel dazu gelernt habe, werde ich mir bestimmt noch den ein oder anderen Falten-Rock in der Art nähen. Perfekt ist er bestimmt nicht geworden, vor allem die Seitennähte habe ich leider nicht verstecken können. Aber dank des aufregenden Musters kann man bei dem Rock über so einige Patzer hinwegsehen!
Und die Kirsche obendrauf: ich habe die Geishas und Totenköpfe auch wieder aus den Falten befreien können, sodass der Stoff jetzt wirklich zu seiner vollen Geltung kommt. 

Wenn das mal nicht ein Projekt für Scharly Klamottes Kopfkino ist?!? 

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goldener Dankeschön-Loop

Bei einer lieben Nachbarin, die uns immer wieder kleine Geschenke macht, wollte ich mich kürzlich mit einem Gegengeschenk revanchieren. Ich überlegte lange über Pralinen und Blumen und dachte mir dann, dass sie sich über einen sommerlichen Loopschal bestimmt am meisten freuen wird.
goldener Loopschal
In den goldenen Stoff Brambleberry Ridge von Michael Miller habe ich mich ja vor ein paar Wochen schon verguckt und zu besagter Freundin passt das dezente Bling Bling wirklich hervorragend. Kombiniert habe ich ihn mit einer wundertoll fließenden Viscose in mint. So bleibt der Schal sommerlich kühl und gleichzeitig sehr elegant.

Das Ganze wollte ich einfach, aber nett verpacken und habe ihn deshalb zusammen gefaltet und in eine braune Kraftpapier-Tüte gesteckt. Zum verschließen habe ich eine einfache Wäscheklammer mit dem Wort „Dankeschön“ aufgepimpt und oben dran gesteckt.

So gewappnet habe ich die Nachbarsfreundin mit einem Besuch überrascht und sie war natürlich total begeistert von dem Schmuckstück – genauso wie ihr beim creadienstag #184, hoffe ich?

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