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12 Letters of Handmade Fashion

Schwarzer Streifenrock

Nachdem die rosa Hochzeits-Wolken nun langsam weiterziehen wird es für mich Zeit hier endlich mal wieder „normale“ Projekte zu zeigen.
Über die letzten Wochen hat sich da so einiges an kleinen DIYs und Nähprojekten angesammelt die ich euch jetzt unbedingt nach und nach präsentieren muss.

Den Einstieg mache ich heute passend zum aktuellen „Letter of Handmade Fashion“ – dem „S“ bei fairylikes – und zeige euch meine neueste Rock-Kreation.
schwarzer Streifenrock
Nach vielen kunterbunten Röcken musste ich meinen Bestand an neutraleren Stücken endlich wieder auffrischen und ich glaube mit diesem schwarzen Streifen-Rock liege ich zu wirklich jedem Anlass und in jeder Kombination richtig!

Der Stoff ist eigentlich für Anzüge gedacht und fällt deshalb luftig leicht. Genau das richtige für den Sommer! Bisschen knittern tut er zwar, aber im Gegenlicht schimmern die eingewebten Streifen elegant und eben nicht zu aufdringlich. Der Schnitt ist diesmal wieder das einfachste vom einfachen: Kreis mit Loch plus Gummibund.

Das Flatterige hat mir an dem Anzug-Stoff besonders gut gefallen und das wollte ich natürlich gerne erhalten. Damit der untere Saum den Rock also nicht unnötig beschwert und platt drückt, habe ich nur einen kleinen Rollsaum genäht.

So elegant der Rock aussieht, so bequem ist er auf der anderen Seite durch den elastischen Bund. Damit der Gummi sich im Inneren nicht verdreht, habe ich wieder der Länge nach darübergesteppt. Form follows function sozusagen. 

Was denkt ihr? Kann ich mich so blicken lassen?

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„B“ wie Brautschuhe

Juhuuu! Es ist vollbracht: aus dem Fräulein ist eine Frau geworden! 

Anfang der Woche haben der Mann und ich uns das lang ersehnte Ja-Wort gegeben und der Vorbereitungsstress und die daraus resultierende Stille hier im Blog hat nun ein Ende. Unser Fest ist ganz außergewöhnlich schön gelungen und nicht nur die Gäste sondern auch wir haben einen wahrhaft unvergesslichen Tag verbracht. Natürlich lässt sich das alles schwer in einen einzigen Blog-Post verpacken und so zeige ich euch unsere mannigfaltigen Ideen und Basteleien für das Fest der Feste hier in den nächsten Wochen ganz in Ruhe und Stück für Stück.

Den Anfang machen die Brautschuhe!
Ja, ihr habt richtig gelesen: ich habe meine Brautschuhe (zu einem großen Teil) selbst gemacht!

Zu Beginn steht wie immer ein Problem.
Wir haben uns als Hauptfarbe für die Festlichkeiten ein wunderschönes Petrol ausgesucht. Leider hat die Mode-Industrie unseren Trend total verschlafen sodass es in den letzten Wochen wirklich kaum möglich war, etwas in unserer Farbe aufzutreiben.
Deshalb habe ich mich schon früh dafür entschlossen meine Brautschuhe mit passendem Stoff selbst zu beziehen.
Brautschuhe
Nach vielen Tests und einigen Internet-Recherchen bin ich sehr planvoll vorgegangen. Zuerst habe ich Nesselstoff mit Stecknadeln auf den (vorher günstig erworbenen) Schuh drapiert. Dabei habe ich die Machart meines Kleides als Vorbild genommen, damit später alles wie aus einem Guss wirkt. Dieses Stoffmuster habe ich dann aufgefaltet und als Schnittmuster für den Schuhstoff genommen.

Den Faltenwurf habe ich zunächst mit einigen Stichen vorgenäht und den Stoff dann erst einmal auf den Schuh gesteckt und geklemmt. Anschließend habe ich die Schuhoberfläche Stück für Stück mit speziellem Textilkleber bearbeitet und den Stoff sorgfältig aufkaschiert. Der Kleber basiert auf Latex und trocknet nicht transparent, sodass ich sehr vorsichtig sein musste nichts auf die glänzende rechte Stoffseite zu kleckern. Im Verlauf der Arbeiten habe ich auch immer mehr Routine im Kleben bekommen und gemerkt wo ich ziehen und wie ich schieben muss, damit alles schön sitzt. Vor allem darf man die Falten nicht komplett festkleben, weil es sonst schnell wie festgebügelt wirkt. Der Trick ist viel eher den Stoff nur am Rand gut anzukleben, und die faltigen Stellen selbst fallen zu lassen wie sie es wollen. So wirken sie lockerer und zufälliger. Am oberen Rand habe ich den Stoff nach innen umgeklappt und am Schluss noch ein schützendes Stoffband darüber geklebt, damit sich die Kante beim Laufen nicht wieder aufrubbelt.

Ich habe beide Schuhe dann so gut es ging symmetrisch beklebt und alles gut trocknen lassen. Anschließend habe ich die untere Stoffkante entlang der Rille zwischen Stoff und Sohle sorgfältig mit einem extrascharfen Skalpell abgeschnitten. Da ich vorher die Falten am unteren Rand gut fixiert hatte ging das ganz gut. Damit sich die untere Schnittkante nicht doch noch aufribbelt habe ich sie mit kleinen, unsichtbaren Tröpfchen Sekundenkleber nochmal gesichert.

Um die genähte Stelle oben zu verstecken und den Stoff noch einmal auf dem Schuh zu sichern habe ich abschließend einen stoffbezogenen Knopf aufgenäht.

Im Grunde wären die Schuhe so schon tragbar gewesen, aber ich wollte ihnen doch noch einen extra Kick verpassen und habe die Sohle deshalb mit Glitzer verschönert.
Den habe ich mir aus verschiedenen Farben zusammengemischt, dann den Schuh-Absatz mit speziellem Kleber bepinselt und schließlich den Glitzer satt aufgestreut. An manchen Stellen musste ich nach dem Trocknen nochmal nachbessern, aber wo der Kleber schön dick aufgestrichen war, wurde die Schicht später so bombenfest, dass ich mir keine Sorgen gemacht habe im Lauf des Hochzeitstages wieder völlig glitzerlos zu sein. 

Es war zwar ein ganz schön nervenaufreibendes Stück Arbeit die Schuhe auf diese Weise an unser Farbkonzept anzupassen, aber das begeisterte Lob unserer Gäste gibt mir recht! 
Oder was denkt ihr bei den 12 Letters of Handmade Fashion über meine einzigartigen Brautschühchen?

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Zitat-Shirt

Mein April-Beitrag zu den 12 Letters of Handmade Fashion wirkt auf den ersten Blick vielleicht wenig handgemacht, ist bei näherer Betrachtung aber ein umso persönlicheres Projekt geworden. Zum Thema „Z“ habe ich mir ein Zitat-Shirt einfallen lassen, das auch ein wenig meine aktuelle Gemütsverfassung wiederspiegelt.

Ihr kennt das bestimmt: manchmal laufen fatal viele Dinge gleichzeitig neben der Spur und ich als pingelige Perfektionistin fühle mich dann ganz und gar unwohl in meiner Haut. Mir hilft es dann die Erkenntnisse anderer zum Thema zu beleuchten. Tara bei kleinerdrei beispielsweise gibt 13 wunderbare Tipps den ersten Scheiter-Frust zu überwinden und wieder auf die Beine zu kommen, während dieser Artikel der Huffington Post das Scheitern als Teil eines Lernprozesses betrachtet.
Diesen Gedanken, dass das Scheitern unweigerlich zum Weiterkommen dazu gehört, hat Adam Savage sehr treffend zusammengefasst: Scheitern ist immer eine mögliche Option.

Um mich selbst regelmäßig an diesen Umstand zu erinnern, habe ich mir also dieses Zitat-Shirt gestaltet:
Zitat-Shirt
Zuerst habe ich ein bisschen skizziert und nach der richtigen Außenform und der passenden Buchstabenform gesucht. Als ich eine ungefähre Idee hatte, habe ich mich an den Computer gesetzt und die Buchstaben, Schwünge und Formen fein säuberlich digitalisiert.

Meine erste Version ist sehr viel detailierter und sogar mehrfarbig geworden. Zwar bin ich immer wieder überrascht wie fein die Linien sind, die meine Cameo jedes Mal zuverlässig ausschneidet, aber diesmal war ich sicher, dass ich den Entwurf für die Eigenproduktion etwas reduzieren muss. So habe ich die verschiedenfarbigen Flächen zusammengefasst und eine einfachere positiv-negativ-Variante erstellt, die ich nach dem Plotten einfach auf ein Kauf-Shirt gebügelt habe.

Tatsächlich hat auch die Cameo ihre Momente des Scheiterns und so musste ich das Wort „IS“ ein zweites Mal etwas größer ausplotten – hier waren die Linien im Original dann doch zu fein. Den Namen „Adam Savage“, den ich ganz unten dezent eingefügt hatte, musste ich leider aus dem selben Grund komplett streichen.

Aber – wie mich dieses Projekt ja lehren soll: Aufgeben kommt nicht in Frage und ich werde auf jeden Fall berichten, wenn ich die Mehrfarb-Version professionell habe umsetzen lassen, um in den vollen Genuss meines wundertollen Handlettering zu kommen.

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Jersey-Jäckchen-Upcycling

Als Laura von tagträumerin kürzlich ein J als zweiten Letter of Handmade Fashion gezogen hat, fing es bei mir im Köpfchen natürlich sofort zu rattern an. Als ich dann meinen Stoffeschrank kritisch nach möglichen Projekten abscannte, fiel mir ein Projekt ins Auge, das schon seit ein paar Monaten auf Vollendung wartet: Ein schnöder Sweat-Pulli wollte zum Jäckchen geupcycled werden.

Der grüne Pulli hat schon lange nicht mehr in meine Garderobe gepasst, aber zu schade für die Kleidersammlung fand ich ihn dennoch. Gesagt ist bekanntlich ja schon halb getan und da ein Jersey-Jäckchen wie die Faust auf’s Auge ins Monats-Motto passt, habe ich mich gleich ans Werk gemacht!
Jersey-Jäckchen-Upcycling
Zuerst habe ich die vordere Känguruh-Tasche entfernt und dann das untere Bündchen sauber abgetrennt. Anschließend habe ich die ideale Länge des Pullis vor dem Spiegel abgesteckt und die überschüssige Länge abgeschnitten. Dann habe ich die vordere Mitte markiert und mutig mitten durch geschnitten, damit aus dem Pulli ein Jäckchen wird.

Nachdem ich das Bündchen unten wieder angenäht hatte, folgte die schwierigste Aufgabe: der Reißverschluss. Den habe ich nach Vorbild eines Kaufjäckchens rechts auf rechts zwischen dem Sweat und einem Stück dünnerem Jersey festgenäht. Um die Nahtzugaben zu versäubern habe ich den Jerseystreifen dann einmal um die Nahtzugaben herumgelegt und den Stoff im Nahtschatten festgesteppt. So ist jetzt innen nur noch eine weiche, grüne Wulst zu sehen anstatt der kratzigen Reißverschluss-Kante. Oben verschwindet das Reißverschlussende elegant in der Kapuze.

Zum Schluss habe ich die Reißverschlussraupe noch verdeckt, indem ich den Sweatstoff etwas darüber gelegt habe und nochmal eine Ziernaht gesteppt habe. Die ist von außen schön gerade geworden, aber durch die dicken Applikationen im oberen Bereich sieht die Naht innen etwas schief aus … aber so mögen wirs ja gerne: schönschief 
Memo an dieser Stelle an mich selbst: das nächste Mal den Unterfaden austauschen und nicht mit grün, sondern mit weiß nähen … dann fällt’s nicht so auf.

Obwohl ich eigentlich ordentlich gearbeitet habe, treffen sich die Nähte und die Applikation in der Mitte um ein paar Millimeter nicht genau. Das hat mich zuerst etwas geärgert und macht das Jäckchen nun nicht gerade zum neuen Lieblingsteil, aber immerhin ist der Pulli so wieder tragbar geworden. Das krumme und schiefe sieht man in der Praxis kaum und über die letzten winterlich-eisigen Tage bringt das Jäckchen mich jetzt auf jeden Fall! 

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Mein Weihnachtsrock

Trotz allem Weihnachtsvorbereitungsstress habe ich es tatsächlich noch fertig gebracht mir einen Weihnachtsrock zu nähen. Nicht nur so benannt, weil ich ihn nur für Weihnachten genäht habe – nein – ich saß tatsächlich noch am Heilig Abend an der Maschine damit ich das Schätzchen wenigstens an den Feiertagen tragen kann. :-))

Weihnachtsrock
Der tolle Stoff „Nightfall“ von Camelot wartete schon seit Monaten im Schrank ungeduldig darauf vernäht zu werden und ich habe mir wirklich lange Zeit gelassen mir einen Schnitt auszudenken, der das ungewöhnliche Muster gebührend in Szene setzt.

Am Ende habe ich mich für eine Art Sternform entschieden: der obere Rockteil basiert auf einem Dreiviertelkreis in den ich sieben Zacken hineinkonsturiert habe. Der Bund ist wieder eine Mischung aus Gummibund und Formbund mit Reißverschluss, wie ich’s schon beim Zwei-Monats-Rock gemacht habe.
An den oberen schwarzen Teil schließt sich unten dann der goldene Teil an. Die Schnittteile sind hier trapezförmig und oben eingehalten, damit der Stoff üppig von den Zacken her aufspringt.

Den unteren Saum habe ich ganz schmal gehalten und mich für einen Rollsaum entschieden. So bleibt der Rock ganz leicht und fluffig und wird nicht vom Saum nach unten plattgezogen. Da die untere Kante diesmal nicht rund wie beim Tellerock, sondern gerade wie beim Faltenrock ist, konnte ich auch endlich mal meinen tollen Rollsaumfuß benutzen: welch eine Wohltat und Zeitersparnis! <3

Das Konstruieren hat diesmal richtig viel Zeit in Anspruch genommen denn da ich den wundertollen Stoff nicht riskieren wollte, ging es diesmal nicht ohne Probeteil. Wenn ich mir das fertige Stückchen aber so anschaue, hat sich die Arbeit doch definitiv gelohnt, findet ihr nicht?

So festlich aufgehübscht mache ich mich dann auch sogleich auf den Weg zum „DIY your Closet“ bei „Mein Feenstaub“ und reiche mein Werk auch noch bei „Tweed & Greet“ ein. Hier lautet der aktuelle „Letter of Fashion“ nämlich passenderweise „W“! :-))

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