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Nähen

Frühlingsrock mit Blumen

Man glaubt es kaum: in meinem Schrank greift die Rockknappheit um sich! 

Tatsächlich habe ich (durch pure Dummheit wohlgemerkt) meinen wundertollen Stofffresser-Rock in der Waschmaschine verfärbt und ihm beim anschließenden Rettungsversucht (Achtung! Noch mehr Dummheit!) endgültig den Todesstoß verpasst. 

Geweint hab ich in der Tat viel – geholfen hat’s nix: Ersatz musste her.
Frühlingsrock mit Blumen
Vor allem die mintfarbene Lücke im Schrank sollte er stopfen, der neue Ersatzrock. Zuerst liebäugelte ich also tatsächlich damit, einen echten Klon des sinnlos aus dem Leben geschiedenen Stückes anzufertigen, denn den Atomic-Stoff von Michael Miller gäbe es hie und da noch zu erstehen. Aber bereits im Stoffregal seit Wochen wartend lächelte mich „Wander | Moon Garden midnight“ von Free Spirit an, sodass dieser für den gegenwärtigen Platzhalter einstehen musste.

Da der Stoff nur 110 cm breit ist, habe ich die notwendige Seitennaht genutzt, um wieder einmal Taschen in einen Rock einzubauen. Dazu habe ich vier Taschen-Hälften zugeschnitten und sie an die Rockhälften genäht. Dabei ist es wichtig alle Taschen in exakt der selben Höhe anzunähen, damit später alles aufeinander passt. Die Nahtzugabe habe ich knappkantig zur Tasche hin festgesteppt damit die Verbindung stabiler wird.
Anschließend habe ich die Rockhälften aufeinandergelegt und die Seitennähte passgenau geschlossen. Beim Nähen muss man natürlich aufpassen und nicht das Taschenloch geradewegs zunähen, sondern an der richtigen Stelle abbiegen und die beiden Taschenseiten zusammennähen sodass der Tachenbeutel entsteht. 

Den Bund habe ich wieder als weiten Formbund zugeschnitten und dann ringsum an den Rock genäht. Nachdem der Gummi eingezogen war habe ich diesen wie immer durch Stepplinien fixiert.

Um ein echter Klon zu werden, sollte ich ja eigentlich einen Wenderock nähen, aber ich habe einfach keinen zufriedenstellenden Kombi-Stoff zum „Moon Garden“ gefunden, sodass ich mich entschieden habe: dieser Rock bleibt luftig und somit einlagig. Den unteren Rocksaum gestalte ich bei solchen Röcken gerne mit kontrastierender Paspel. Das geht schnell und gibt dem Stoff unten etwas Gewicht und Stand. So wirkt auch ein einfacher Frühlingsrock wie dieser gleich ein bissl eleganter.

Vom Stoff habe ich in Weiser Voraussicht ein wenig mehr gekauft, sodass ich noch ein Bolero-Jäckchen oder ähnliches zum Rock zaubern kann. Mal sehen mit welchem Upgrade-Teil ich euch demnächst noch überraschen werde!?! 

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Mobiles Kapitalbändchen

Seit ich täglich gefühlte Stunden in diversen öffentlichen Verkehrsmitteln herumgondle, fülle ich die ungenutzte Zeit gerne mit spannendem Lesestoff. Oft bin ich so vertieft, dass ich das Buch ganz schnell zuschlagen und aufspringen muss, um die richtige Haltestelle nicht zu verpassen. Mehr als ein Mal habe ich dabei schon das Lesezeichen vergessen und musste später wieder mühsam nach dem richtigen Anschluss suchen. 

Praktisch finde ich da ja die Bücher, die ein Kapitalbändchen mitbringen… leider sind das heutzutage noch die wenigsten Werke und selbst dicke Romane verzichten sparsamerweise darauf.

So habe ich mir wiedermal eine kleine Bastelei überlegt, die in drei Kleinen Schritten jedes noch so schnöde Buch um ein Kapitalbändchen erweitert:
mobiles Kapitalbändchen
Zuerst kommt die Materialsuche. Alles bandartige aus dem Fundus eignet sich grundsätzlich als Kapitalbändchen. Ich habe mich für ein Reststück Schrägband entschieden. Dazu braucht man eine Klammer – umso fester die klemmt, umso besser. In meinem Fall ist es so eine starke aber kleine Papierklammer.

Das Schrägband habe ich dann an einem Ende eingeschlagen und knappkantig der Länge nach zusammengesteppt. Als es dann zum Ende hin ging, schlug ich auch hier die Kanten ein und legte einen Bügel der Papierklammer in das Schrägband hinein und steppte behutsam bis zum Ende darüber. An dieser Stelle muss man gut aufpassen, dass die Nadel der Maschine nicht aufs Metall der Klammer trifft und ggf. mit dem Handrad millimetergenau nachhelfen.
Ich habe hier noch einmal zurückgesetzt und habe ein zweites Mal darüber genäht, damit alles schön fest sitzt.

Und voila: Schon ist ein praktikables, mobiles Kapitalbändchen merkbereit für manigfaltige Schmöker! 

Die Klammer passt an jeden Buchdeckel – ob dick oder dünn – und das Bändchen ist auch lang genug für größere Bücher. Im Bus kann ich so ganz schnell einmerken wo ich war und das Bändchen geht auch beim größten Gedrängel nicht verloren. 

Wer keine Papierklammer zur Hand hat, kann es auch sicherlich mit einer Büroklammer versuchen. Die sitzt vielleicht nicht ganz so fest, könnte dafür aber beispielsweise ein ganz dünnes Bändchen aufnehmen. Das muss dann nicht einmal gefaltet und genäht werden sondern könnte – doppelt genommen – einfach an der Klammer festgeknotet werden…

Vielleicht habt ihr aber ja noch eine ganz andere Einfälle wie man so ein Bändchen basteln könnte? Ich freue mich auf eure Ideen! 

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Batik-Rock mit Punkten

Bei Wühltisch-Stoffen bin ich mir ja selbst immer sehr uneins: kaufe ich hier einen Ladenhüter der auch in meinem Stoffschrank wie Blei liegen wird? Oder halte ich ein unentdecktes Schätzchen in Händen, das das Potential zum Lieblingsteil in sich birgt?
Beim Stoff um den es heute geht, trifft auf jeden Fall Zweiteres zu!

In eben jenem Berg aus Reststücken und Auslauf-Stoffen fand ich nämlich diesen etwas festeren Baumwollstoff. Die Batik-Jeans-Optik hatte im Kaufhauslicht einen einerseits eher uncoolen Look… andererseits fand ich die Kombi mit den Mini-Polka-Dots, die zurückhaltend transparent über dem verwaschenen Muster liegen, doch interessant. Vor allem interessant genug, dass das Stöffchen mit nach Hause durfte. 
Punkte-Rock
Heraus kam in der Tat und überraschenderweise mein aktueller Lieblingsrock! Der Rockteil ist wie so oft ein schlichter Tellerrock. Der vordere Teil ist dabei aber 4cm kürzer als der hintere Rockteil.
Den unteren Saum habe ich mit weißer Paspel eingefasst und mit der Doppelnadel noch einmal zur Zierde abgesteppt weil ich fand dass es „etwas derber“ gut zur Jeansoptik passt.

Den breiten Bund habe ich dagegen etwas modifiziert: Anstatt einem geraden Streifen habe ich diesmal einen langen Formbund zugeschnitten. Den habe ich zum Tunnel genäht und mit dem Rockteil verbunden. Erst dann habe ich den Gummi eingezogen, die Öffnung geschlossen und den Gummi mit Stepplinien flach fixiert wie bei den anderen Röcken auch.
Durch die geschwungene Form des Bundes legt er sich jetzt viel glatter an als sonst, obwohl der Stoff ja schon etwas fester ist.

Damit ich die Vorderseite am Rock immer schnell erkennen kann, habe ich mir angewöhnt hinten immer ein kleines Wapperl mit meinem Logo einzunähen.

Was denkt ihr? Kann ich mit meinem Schnäppchen unentdeckt in den langersehnten Frühling starten? 

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Rosen-Tasche

Schon vor längerem habe ich diese einfache Stofftasche als Weihnachtsgeschenk für die liebe Omi genäht. Weil das Taschen-Sew-Along-Jahr bei greenfietsen diesmal mit dem Thema „Stoffbeutel“ beginnt, habe ich sie für euch nochmal rausgekramt! 
Rosen-Tasche
Die Tasche ist einfach und ohne Futter, aber aus festem Canvas genäht. Für die Seiten- und Boden-Nähte habe ich deshalb eine Französische Naht verwendet. Die Henkel  habe ich extra lang gestaltet, damit man die Tasche gut umhängen kann. Die Tasche selbts ist auch richtig groß und nimmt auch mal eine Wolldecke mit zum See oder die Yogamatte mit zum Sport. Außerdem habe ich auf Innentaschen und allen Schnickschnack verzichtet damit man sie – trotz dickem, festem Stoff – ganz platzsparend zusammenlegen und in der Handtasche mitnehmen kann. 

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„Die Welt“ vs. „Home Sweet Home“

Alle Jahre wieder suche ich nach einem Geschenk, das all meinen Lieben gleichermaßen gefallen könnte und das ich in vertretbarer Zeit selbst herstellen kann. Da ich von der Hochzeit noch gute 30 Kissen übrig hatte, war schon im Sommer klar: dieses Weihnachten würde es für alle ein Paar liebevoll gestaltete Deko-Kissen geben! 

Da die lieben Beschenkten allesamt begeisterte Weltenbummler sind, wollte ich gerne das Thema Reisen zugrundelegen und habe mich für zwei Motive entschieden: „Die Welt da draußen“ vs. „Die heimelige Heimat“
goldene Deko-Kissen
Da die Hochzeits-Kisselchen etwas klein waren, habe ich zuerst aus Nesselstoff neue Inlays genäht und so aus jeweils zwei kleinen ein großes Kissen gemacht. Dann habe ich rustikale Kissenhüllen mit Reißverschluss genäht. Den coolen Canvas mit Holzoptik habe ich zufällig beim Möbelschweden entdeckt und mich sofort verliebt. Der Stoff ist perfekt für alle Arten von genähter Deko und bietet eine ideale und stabile Grundlage für Bügelmotive.

Für das Dekor habe ich wieder die treue Silhouette Cameo bemüht und aus goldener Transferfolie zwei Motive ausgeschnitten: Einmal eine Weltkarte um die Reiselustigen an all die schönen Orte zu erinnern die noch besucht werden wollen. Und auf der anderen Seite den Spruch „Home Sweet Home“ in eleganten goldenen Lettern, um sie daran zu erinnern, dass es manchmal erholend und schön sein kann auch wieder nach Hause zu kommen.

Auch wenn es etwas Arbeit war so viele Kissen zu nähen, sind sie allesamt wirklich wunderschön geworden und ich überlege ob ich noch ein Nachzüglerpaar für unser eigenes Sofa aus dem Maschinchen hüpfen lasse… 

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München … Regen … die Frisur hält! Regencape!

Man könnte meinen ich hätte meine heimliche Vorliebe für Duschvorhänge entdeckt :-) nachdem ich euch neulich schon das wundertolle Liegetuch mit wasserfester Rückseite gezeigt habe. Und heute wirds sogar noch eine Stufe „trockener“: Ich habe ein Regencape genäht.

Wie passend, dass die liebe Lisa von stoffreise mir freundlicherweise ein „R“ als Oktober-„Letter of Handmade Fashion“ gezogen hat! So liege ich also voll im Trend mit meiner Kreation!
Regencape
Wie es dazu kam ist zudem schnell erzählt: In diesem verregneten Sommer hat es mich nämlich regelmäßig und furchtbar genervt immer einen Schirm mitschleppen zu müssen…
Klaro, wenns regnet ist ein Schirm total sinnvoll! Aber was, wenn man aus der U-Bahn steigt und plötzlich strahlender Sonnenschein? … 28 Grad und kein Wölkchen am Himmel? Dann trägt man das Dingens den ganzen Tag mit sich rum – in stetiger Angst das gute Stück irgendwo stehen zu lassen oder unschuldige Leute damit zu erdolchen.
Für die kurzen Regenschauer zwischendurch – so mein Gedanke – wäre doch was kleines zusammenfaltbares für die Handtasche ganz gut… was mit Kapuze, damit die Frisur auch immer schön geschützt ist…

Gesagt, getan! Wie schon zuvor beim Liegetuch habe ich den Duschvorhang der Wahl beim Möbelschweden ergattern können. Ich habe mich farblich für eine eher zurückhaltende Variante entschieden, die zu all meinen Jacken und Röcken gut passen würde.

Den Schnitt für den Umhang habe ich mir fluchs aus den Fingern gesogen. Das Cape selbst besteht schlicht aus einem dreiviertel Kreis. Die Kapuze dagegen habe ich mir einfach von gängigen Kapuzenschnitten abgeguckt. Wichtig war mir dabei dass es oben genügend Platz für eine Hochsteckfrisur gibt, vorne genügend überstehenden Stoff als Schirm und seitlich sowie unten alles schön eng anliegt, damit es die Kapuze auch bei windigem Wetter nicht vom Kopf weht.

Zuerst wollte ich das Cape nur einfach und mit französischer Naht nähen. Dann fiel mir aber auf dass der Duschvorhang genug Stoff hergibt, dass ich alle Teile doppelt ausschneiden konnte und so ist der Umhang jetzt wendbar und von beiden Seiten schön anzuschauen.

Das nähen war ein echter Klacks weil der Duschvorhang wirklich wie von selbst durch die Maschine läuft. Nachdem ich alles genäht, verstürzt und die Ränder nochmal knappkantig abgesteppt hatte musste ich nur noch die Druckknöpfe anbringen. Dafür habe ich bewusst auf Jersey-Knöpfe zurückgegriffen, weil ich Angst hatte dass solche mit Loch den Stoff ausreißen könnten.

Damit man das Cape schön kompakt in der Tasche mitnehmen kann, habe ich dazu ein kleines Überzieherli genäht – natürlich aus demselben Stoff, versteht sich. Zwar kommt es dadurch immer etwas knittrig ans Tageslicht, das legt sich bei übermäßig feuchtem Wetter aber schnell wieder.

Inzwischen konnte ich das gute Stück natürlich schon eingehend testen und muss mir selbst auf die trockene Schulter klopfen: Selbst der beste Schirm der Welt könnte mich auch bei sturzbachartigen Regenfällen nicht zuverlässiger begleiten!

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Kohlefarbener Karo-Rock

Wie ich kürzlich hier schon erwähnte, muss mein Fundus an neutralfarbigen Röcken dringendst erweitert werden. Das neueste Stück in meiner Sammlung ist deshalb dieser eher sportliche, kohlefarbene Karo-Rock.
Kohlefarbener Karorock
Der Stoff war schon im Laden etwas steif anzufassen – fast wie beschichtet – und ich habe gehofft, dass eine Ehrenrunde in der Maschine ihn schon noch erweichen würde… Leider lag ich mit meiner Einschätzung mehr als daneben und habe nun einen echten Regen-Matsch-und-Herbstwetter-Rock gezaubert, denn selbst wenn es wie aus Eimern gießt, perlen die Tropfen an dem dicken Material einfach ab. :-))

Da es in den letzten Wochen immer eher schnell gehen musste, ist es wiedermal „nur“ ein Tellerrock mit Gummizug geworden. Unten habe ich eine schwarze Paspel als Abschluss gewählt. Das verstärkt den Stand der unteren Kante noch ein bisschen. So sportlich und etwas derbe passt der Rock bestimmt auch gut zu Gummistiefeln und Regenmantel. :-))

Mit dem Muster bin ich nach wie vor sehr zufrieden: die grauen Karo-Linien passen wie geplant zu fast allem und stehlen auffälligen Shirts nicht die Show.

Das gute Stück passt deshalb nicht nur wunderbar zum akuten Herbstwetter-Trend, sondern ebenfalls zum Thema „K“ das die liebe Katha von Katastrophal zum aktuellen „Letter of Handmade Fashion“ erkoren hat. :-))
 

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Ab zum See!

Endlich schaut der Sommer nochmal schnell bei uns rein, sodass die beste Freundin ihr vor Wochen erhaltenes Geburtstagsgeschenk nun endlich in vollen Zügen genießen kann. Oder besser gesagt die Zeit DARAUF genießen kann, denn ich habe ihr ein praktisches Liegetuch genäht.

„Toll! Ein Handtuch!?!“ Werdet ihr jetzt sagen… aber keine Eile: Der Clou kommt ja erst noch!

Kennt ihr das: Ihr liegt nach einer verregneten Woche am endlich wieder sonnigen See, aber die Wiese ist noch ganz vollgesogen und matschig und langsam aber sicher kriecht klamme Nässe von unten durch euer Badetuch!?!?

Nach diesem wechselhaften Sommer ist das ja fast schon die Regel, und damit die lichthungrige Freundin das langersehnte Sonnenbad auch stressfrei genießen kann, habe ich zwei praktische Einzelstücke zu einem noch viel tolleren kombiniert: nämlich aus Badetuch und Duschvorhang wurde ein superinovatives, wetterfestes Liegetuch!
wetterfestes Liegetuch
Natürlich gäbe es eine Vielzahl an Materialien, die einen wasserabweisenden Effekt mitbringen, aber nur der Duschvorhang ist so weich und anschmiegsam wie das Badetuch selbst. Beim Waschen verliert er auch nicht seine Beschichtung weil er ja schlicht aus Plastik hergestellt wurde. In diesem einen Fall bin ich durchaus bereit einmal von meinem Baumwoll-Wahn abzurücken und die Vorzüge von Synthetikgewebe für meine Zwecke zu nutzen.

Beim Möbelschweden gab es dann auch noch passenderweise Badetücher und Duschvorhänge mit ein und dem selben Muster und da musste ich natürlich gleich zuschlagen.

Einfach nur beide Teile zusammen zu nähen wäre mir zu simpel gewesen also habe ich ein bissl getüftelt und an das flache große Badetuch auch noch um eine Art Kissen erweitert.
Aus einem zweiten Handtuch habe ich dazu eine Hülle mit drei länglichen Kammern genäht. Diese habe ich mit dem Inhalt eines ganzen Sofakissens gefüllt, sodass drei richtig pralle Wulste entstanden sind. Nachdem ich die Seiten geschlossen hatte, nähte ich Knebel und Gummischlaufen an, damit man das gerippte, eher flache Kissen auch zu einer praktischen Nackenrolle zusammenknöpfen kann.

An dieses Kopfteil habe ich das eigentliche Liegetuch genäht. Es besteht auf der Oberseite aus einem kompletten, ganzen Badetuch und auf der Rückseite aus besagtem Duschvorhang. Den habe ich passend zugeschnitten, die Nahtzugaben vom Badetuch drum herum geschlagen und die beiden Teile links auf links zusammengenäht.

Damit die Freundin das Tuch fluchs zusammenrollen und mitnehmen kann, habe ich am Ende zwei große Schlaufen angebracht und dazu einen großen Haltegriff aus einem Rest vom Duschvorhang.

In der Praxis ist der Griff wohl nicht ganz so gelungen, weshalb die Freundin wohl immer mit den Armen in die Gummischlaufen schlüpft und die Rolle wie einen Rucksack huckepack trägt. Memo an mich: Diese vorzügliche Verbesserung beim nächsten Modell mit einbauen ;-)

Wie mir berichtet wurde, kam das Geschenkchen supergut an und von jenseits des Liegetuchs wandern wohl von Zeit zu Zeit neidische Männerblicke herüber. :-))
So macht es richtig Spaß die letzten Sonnenstrahlen auszukosten, oder?

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Schwarzer Streifenrock

Nachdem die rosa Hochzeits-Wolken nun langsam weiterziehen wird es für mich Zeit hier endlich mal wieder „normale“ Projekte zu zeigen.
Über die letzten Wochen hat sich da so einiges an kleinen DIYs und Nähprojekten angesammelt die ich euch jetzt unbedingt nach und nach präsentieren muss.

Den Einstieg mache ich heute passend zum aktuellen „Letter of Handmade Fashion“ – dem „S“ bei fairylikes – und zeige euch meine neueste Rock-Kreation.
schwarzer Streifenrock
Nach vielen kunterbunten Röcken musste ich meinen Bestand an neutraleren Stücken endlich wieder auffrischen und ich glaube mit diesem schwarzen Streifen-Rock liege ich zu wirklich jedem Anlass und in jeder Kombination richtig!

Der Stoff ist eigentlich für Anzüge gedacht und fällt deshalb luftig leicht. Genau das richtige für den Sommer! Bisschen knittern tut er zwar, aber im Gegenlicht schimmern die eingewebten Streifen elegant und eben nicht zu aufdringlich. Der Schnitt ist diesmal wieder das einfachste vom einfachen: Kreis mit Loch plus Gummibund.

Das Flatterige hat mir an dem Anzug-Stoff besonders gut gefallen und das wollte ich natürlich gerne erhalten. Damit der untere Saum den Rock also nicht unnötig beschwert und platt drückt, habe ich nur einen kleinen Rollsaum genäht.

So elegant der Rock aussieht, so bequem ist er auf der anderen Seite durch den elastischen Bund. Damit der Gummi sich im Inneren nicht verdreht, habe ich wieder der Länge nach darübergesteppt. Form follows function sozusagen. 

Was denkt ihr? Kann ich mich so blicken lassen?

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Fuchs-Tasche aus Leder und Wachstuch

Über die Osterfeiertage hatte ich mal wieder richtig Zeit die Näh-Seele baumeln zu lassen, sodass das ein oder andere Stückchen aus der Maschine hüpfen durfte. Den Anfang macht diese tolle Fuchs-Tasche. 
Fuchs-Tasche
Die Größe der Tasche hat sich maßgeblich vom vorhandenen Material abgeleitet. Ich hatte nämlich vom letztjährigen Stoffmarkt ein supersüßes japanisches Wachstuch mit kleinen Füchsen von Cosmo mitgebracht das aber zu meinem großen Leidwesen nur magere 50×70 cm groß war. Dazu wollte ich ein Reststück braunen Leders kombinieren aus dem auch noch Henkel rausgehen sollten. Erfindergeist war also gefragt und ich tüftelte eine Weile bis ich aus den Stoffstücken meine ideale Tasche zuschneiden konnte.
In diesem Fall musste sie nämlich groß genug sein, dass eine Mappe mit Din A4-Blättern gerade noch so reinpasst. Sowas hab ich als Grafikerin nämlich öfter zu transportieren und es nervt immer fürchterlich, wenn man die Mappe nirgends faltenfrei unterbringen kann.  Eine richtige Alltagstasche also!

Nachdem also feststand welcher Teil aus welchem Material sein wird, stellte sich noch die Frage nach dem Futter. Ebenfalls im Fundus fand ich einen größeren Rest grauen Filz, der sehr robust und vor allem Formstabil ist. Auch hier habe ich die Teile gerade noch so zuschneiden können und sogar für eine kleine Innentasche für’s unvermeidliche Handy hats noch gereicht. 

Mir war von Anfang an klar, dass ich Seitlich Knöpfe einbauen wollte um die Tasche locker schließen zu können. Damit das Falten einerseits einfacher und die Tasche andererseits stabiler an den Kanten wird, habe ich die Seitenteile von Außenstoff und Futter verschieden zugeschnitten: Der Außenstoff trifft sich genau in der Mitte und lässt sich so gut nach innen falten. Das Futter dagegen hat die Naht an den Ecken, sodass es sich gut nach außen falten lässt und den Ecken Stabilität gibt.

Der erste Schritt beim Taschen nähen sind ja immer die Henkel und so habe ich meine ersten Lederhenkel mit Kordel-Kern versucht. Für’s erste mal nicht schlecht, denke ich und sieht viel eleganter aus, als schlabberige Gurtbänder. Außerdem sind sie lang genug, um die Tasche im Notfall auch noch über die Schulter hängen zu können.
Eine tolle Anleitung für solche Henkel findet ihr übrigens bei machwerk.

Die dicken Henkel dann allerdings zwischen Futter und Außenstoff zu installieren war nicht ganz so einfach. Natürlich hätte ich die Henkel auch einfach von außen aufnähen können, das fand ich in diesem Fall allerdings nicht so schön und so sollten sie aus der oberen Naht herauskommen. Leder und Wachstuch zusammen zu bringen lief noch ganz problemlos (auch wenn das weiche Leder sich an machen Stellen etwas dehnen wollte) und die Filzteile waren natürlich ebenfalls schnell zusammengenäht. Die „Hochzeit“ von Futter, Henkeln und Außenstoff allerdings verlangte dann wirklich Alles von meinem Maschinchen was die zu geben bereit war. Dank Handrad und gefühlten 100 Nadeln konnte das Kunststück aber vollbracht werden und ich wendete den steifen Materialmix durch ein riesiges Wendeloch in der Seitennaht des Futters.

Nach dem Wenden gab mir der Anblick meines Werkes allerdings recht: ich war rundum zufrieden damit, wie die Komponenten zusammenspielten und wie stabil die Tasche am Ende geworden ist.
Zum Finish schloss ich das Wendeloch, stepppte die obere Kante in einer letzten schweißtreibenden Runde ab und installierte die Druckknöpfe an der Seite.

Und Tadaa! Der Shopping-Fühling kann kommen! 

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